BBS 1 Emden

EFQM-Kriterium/ Teilkriterium:

3 a.: Personalplanung, Personalbeschaffung, Personaleinsatz

 

EFQM-Teilkriterium/Teilaspekt:

3 a.3.: Klärung von Organisationsstruktur und Stellenplan

 

„good-practice“-Beispiel:

3 a.3.3.: Personalauswahl und Einstellungsgespräche


Schule/Adresse:

BBS 1 Emden, Steinweg 24, 26721 Emden

 

Kontakt: bbs1emd@(spamschutz:bitte_entfernen)t-online.de

   

Ziel
und Nutzen

Die Schulforschung hat gezeigt, dass Eingangsvoraussetzungen und Fähigkeiten von Lehrerinnen und Lehrern zu den zentralen Erfolgsfaktoren guter Schulen gehören. Die Schule benötigt in diesem Zusammenhang substanzielle Möglichkeiten, Personal auszuwählen.
 
Die Qualität von Schule und eine hohe Unterrichtsqualität werden in erheblichem Maße beeinflusst durch die pädagogischen, fachlichen und sozialen Kompetenzen der Lehrkräfte, durch ihre Professionalität, ihre Teamkultur, durch Kooperation und Kommunikation sowie die Sensibilität für das gesellschaftliche Umfeld.
 
Der Personalauswahl kommt eine zentrale Bedeutung zu. Mit der Personalentscheidung legt eine Schule sich für einen sehr langen Zeitraum auf eine Person fest – grundlegende Änderungen in der Persönlichkeitsstruktur sind kaum zu erwarten. Fehlentscheidungen sind teuer, beeinträchtigen die Schule für einen langen Zeitraum und sind sehr sichtbsar.
 
Bei der Personalauswahl müssen alle rechtlichen Aspekte umfassend beachtet und die Mitbestimmungstatbestände in den Prozess integriert werden.
 
Eine Stärkung der Teamorientierung wird dadurch erreicht, dass die Teamsprecher/-innen von Anfang an in den Prozess einbezogen werden und bei der Auswahl von Lehrerinnen und Lehrern für "ihr" Team als Berater und Mitwirker bei den Auswahlgesprächen eine klar definierte Rolle übernehmen.
 
Da die letzte Entscheidung unter Abwägung aller Tatbestände bei der Schulleiterin/dem Schulleiter liegt (unter Beachtung der Mitwirkungsrechte des Personalrats sowie der Frauenbeauftragten und der Schwerbehindertenvertretung), ist ein strukturiertes Vorgehen und ein sensibler Umgang mit allen Beteiligten zwingend erforderlich.
 
Ein besonders einfühlsamer Umgang ist gegenüber den nicht erfolgreichen Bewerbern angesagt.
 

Voraussetzungen/
Rahmenbedingungen

 

Durch die Teilnahme am Schulversuch ProReKo des Niedersächsischen Kultusministeriums sind die teilnehmenden Schulen in die Lage versetzt worden, im Rahmen des Stellenplans und des Budgets eigenverantwortlich, natürlich unter Beachtung der gesetzlichen Grundlage, über Einstellungen und Beförderungen für das lehrende Personal der Schule selbstständig zu entscheiden.
 
Damit ist eine wesentliche Schlüsselgröße für die Schulentwicklung an die Schule gegeben worden.
 
Eine mittelfristige Personalplanung ist die Grundlage eines funktionierenden Personalmanagements. Frühzeitige Kontakte zu Studenten und Referendaren können für die Personalplanung vor allem für Schulen außerhalb der Ballungsräume wichtige Erfolgsfaktoren sein – gute Kontakte zu Ausbildungsseminaren und Universitäten sind ein wichtiger Schlüssel.

Vorgehen/Ablauf


Bei der Erstellung eines Leitfadens für Personalauswahl und Einstellungsgespräche ist eine enge Abstimmung zwischen Schulleiter, Abteilungsleitern, Teamsprechern (sowohl Fach- als auch Bereichsteams), mit dem Personalrat und der Frauenbeauftragten unumgänglich. Nur ein von allen Ebenen und von den Gremien akzeptierter Leitfaden kann in der Schule erfolgreich eingeführt und dauerhaft umgesetzt werden.
 
An den BBS I Emden hat eine Arbeitsgruppe unter der Führung der Schulleitung und unter Mitwirkung des Personalrats und der Frauenbeauftragten einen Entwurf erarbeitet, der auf der Ebene der Teamsprecher diskutiert und dann von den Gremien der Schulverfassung ergänzt wurde. Der Leitfaden wurde für verbindlich erklärt und gilt seit Februar 2005 als Grundlage für alle Einstellungsgespräche.

Stolperfallen/
Tipps/
Erfahrungen

Bedingung für das Gelingen ist, dass der Leitfaden von allen Beteiligten als verbindlich angesehen und konsequent beachtet wird.
 
Stolperfallen:

  • Vor allem auf der Ebene der Teamsprecher (sie sind eher selten betroffen) ist eine gewisse Nervosität zu beobachten, wenn sie während der Auswahlgespräche eine wichtige Rolle übernehmen. Hier sind im Vorfeld Hilfen durch die Schulleitung erforderlich (Fragen entwickeln, vorbereitete konkrete Situation darstellen, um Anforderungsmerkmale abzuprüfen).
  • Der Vorgang wird zur Routine, und die konsequente Ausrichtung an dem Leitfaden geht im Alltag unter.

Entscheidungen müssen in Eile getroffen werden – dies muss durch mittelfristige und sorgfältige Planung vermieden werden. Personalentscheidungen sind so wichtig, dass sie immer mit der gebotenen Ruhe getroffen werden müssen. Außerdem sind Fristen zu beachten.

Evaluation

Die Evaluation erfolgt durch eine Gesprächsrunde nach jedem Einstellungsvorgang mit allen Beteiligten. Es wird überprüft, ob der Leitfaden beachtet wurde, der Gesprächsverlauf zielführend war und ob die Kriterien der Entscheidungsfindung und die Entscheidung selbst von allen akzeptiert werden. Daran schließt sich ein Gespräch mit der erfolgreichen Bewerberin/dem erfolgreichen Bewerber an. Aber auch die nicht erfolgreichen Bewerber/-innen werden vom Schulleiter über ihre Sicht des Gesprächs befragt.
 
Die langfristige Evaluation ist durch die Ergebnisse der Einstellungen (Qualität der neu eingestellten Lehrkräfte) gegeben.


   
Download
www.mk.niedersachsen.de www.proreko.de ProReKo Wissenschaftliche Begleitung www.nibis.de