BBS Elisabeth-Selbert-Schule Hameln

EFQM-Kriterium/ Teilkriterium:

3 b.: Personalentwicklung, Personalförderung, Weiterbildung

 

EFQM-Teilkriterium/ Teilaspekt:

3 b.7.: Unterrichtsentwicklung

 

„good-practice“-Beispiel:

3 b.7.1.: Kompetenzbildung zur Unterrichtsentwicklung


Schule/Adresse:

Elisabeth-Selbert-Schule, Langer Wall 2, 31785 Hameln


Kontakt:

verwaltung.langerwall@(spamschutz:bitte_entfernen)ess-hameln.de

 

   

Ziel
und Nutzen

Die Veränderungen und Entwicklungen in der Berufswelt stellen eine berufsbildende Schule vor neue Herausforderungen. Der Unterricht ist das zentrale Kerngeschäft und muss den aktuellen Erfordernissen des Arbeitsmarktes angepasst sein. Den Schülerinnen und Schülern soll eine zukunftsorientierte Ausbildung mit den erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden. Die Elisabeth-Selbert-Schule stellt bei ihrer Leitbildentwicklung die Qualitätsentwicklung und –sicherung bezogen auf Ausbildung und Unterricht in den Mittelpunkt der Arbeit; die Motivation der Lehrkräfte an ihrem Kerngeschäft ist hoch. Eine enge Verknüpfung der Unterrichtsentwicklung mit den tragenden Säulen der Schul-, Organisations- sowie der Personalentwicklung ist für den Erfolg unumgänglich.

Voraussetzungen/
Rahmenbedingungen

Die Voraussetzung war der Beschluss der damaligen Gesamtkonferenz zur Teilnahme am Projekt „Qualitätsentwicklung in Netzwerken“ 2002 bis 2005.


Folgende Voraussetzungen für das Gelingen müssen gegeben sein:

  • Organisation und Koordination des Projektes durch die Schulentwicklungsgruppe
  • Ausbildung eines Schulleitungsmitgliedes und zweier Lehrkräften als Steuergruppenmitglieder im Projektmanagement
  • Unterstützung der Arbeit im Projekt durch regelmäßige Treffen der regionalen Steuergruppe, in der jeweils acht unterschiedliche Schulen als Teil eines niedersächsischen Netzwerkes die schulischen Projekte begleiteten
  • Ausbildung einer Lehrkraft als Trainer zur erweiterten Kompetenz der Schule

Vorgehen/Ablauf


Das Vorgehen bzw. der Ablauf gestaltete sich wie folgt:

  • Information des Kollegiums über die Inhalte der Unterrichtsentwicklung und die Projektorganisation,
  • Bildung von Teams zur Unterrichtsentwicklung mit einer Teamsprecherin/einem Teamsprecher als Leitung,
  • Einrichtung eines Konferenztages, der für alle Sitzungen zur Unterrichtsentwicklung vorgesehen ist,
  • übergeordnete Leitung der Unterrichtsentwicklungsgruppe durch eine Teamsprecherin bzw. einen Teamsprecher,
  • Organisation der Schule in fraktaler Struktur,
  • Schulung eines Drittels der Lehrkräfte innerhalb des Projektes „Qualitätsentwicklung in Netzwerken“,
  • zusätzliche Schulungen durch die Verpflichtung zweier versierter Trainer aus NRW,
  • Nutzung von Ressourcen aus dem Fortbildungsetat,
  • Schulung der Lehrkräfte mit vier Fortbildungen an insgesamt sieben Tagen auf der Grundlage des Konzeptes von Dr. Heinz Klippert zum „Eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen“: Fortbildungsbausteine in den Themen Methodentraining, Kommunikationstraining, Teamentwicklung im Klassenraum und eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen sowie Evaluation,
  • Vermittlung von Methoden unterschiedlichster Art, mit denen Schülerinnen und Schüler zum eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen geführt werden,
  • Schulungen mit Kollegen aus der Fachpraxis,
  • gegenseitige freiwillige Hospitationen zur Unterrichtsevaluation,
  • Diskussionen über sinnvolle Auswahl und Abfolge der Methoden,
  • Erfahrungen der Lehrkräfte durch eigenes Ausprobieren,
  • Schulung aller Schulleitungsmitglieder und der Teamsprecher im Projektmanagement und im Führen von Teams (Sitzungsmanagement, Gesprächsführung und Mediation),
  • weitere Begleitung der Teamsprecher durch externe Unterstützung.

    Die Umsetzung der Fortbildungsinhalte geschieht aufgrund der Vielfältigkeit der Bildungsgänge in unterschiedlichster Art und Weise, um den Bedürfnissen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.


In der Regel gibt es drei Trainingsspiralen für die Schülerinnen und Schüler, z. B. in der BFS Sozialpflege, BFS Kosmetik, BS Friseur oder BFS Sozialassistent. Das heißt, ein Methodentraining für die Klassen und Kurse gleich zu Beginn ihrer Ausbildung, Kommunikationstraining nach einem halben Jahr, Teamentwicklung zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres und weiterhin Einbindung aller gelernten Methoden in den Unterricht in Form sogenannter Lernspiralen. Hier werden dann Unterrichtsthemen so aufbereitet, dass die Schülerinnen und Schüler sich den Lehrstoff weitgehend selbst aneignen und damit das „eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen“ erreichen.
Es folgen eine Auswahl themenbezogener Inhalte und der Einsatz anderer Zeit- und Organisationsstrukturen in anderen Bildungsgängen, um den Erfordernissen der Ausbildung gerecht zu werden, und eine verantwortliche Zusammenfassung der Inhalte in einjährigen Bildungsgängen.


Es gibt die Notwendigkeit der kontinuierlichen Überarbeitung der Trainingstage, da in den allgemein bildenden Schulen die Methodenkompetenzen entsprechend geschult werden. Außerdem nutzen einige Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule weiterqualifizierende Ausbildungsgänge innerhalb der Schule.


Es empfiehlt sich die Einführung von „Eingangskompetenzabfragen“ und die Abstimmungen der Inhalte der Trainings bezüglich der Ergebnisse.

 

Stolperfallen/
Tipps/
Erfahrungen

  • Schulung aller Schulleitungsmitglieder und der Teamsprecher im Projektmanagement und im Führen von Teams (Sitzungsmanagement, Gesprächsführung und Mediation),
  • weitere Begleitung der Teamsprecher durch externe Unterstützung.

 

Evaluation

Um einen Entwicklungsprozess als systematisch zu bezeichnen, muss eine ständige Qualitätsentwicklung durch neuerliche Bewertung des Ist-Zustandes stattfinden. Die Maßnahmen enthalten die Umsetzung, Bewertung und neuerliche Zielsetzung, resultierend aus den Verbesserungsbereichen. Für die Unterrichtsentwicklung ergeben sich an der ESS deshalb verschiedene, bisher erprobte Schwerpunkte:

  • Die einzelnen Bildungsgänge evaluieren ihre Trainings- und Lernspiralen mit zum Teil vergleichbaren Instrumenten in den einzelnen Klassen und Kursen. Innerhalb des Gremiums der Teamsprecher werden die Ergebnisse soweit möglich zusammengefasst und verglichen. Die überwiegend guten bis sehr guten Einzelergebnisse der Schülerbefragungen geben ein deutliches Votum für die Fortsetzung der Unterrichtsentwicklung.
  • Die Einbindung der Methoden in den laufenden Unterricht und ihre Pflege ist unverzichtbarer Bestandteil der Unterrichtsentwicklung und wird im Klassenteam abgesprochen.
  • Die Entwicklung von Methodenmappen für die Schülerinnen und Schüler ist in einigen Bildungsgängen erprobt, um die Methodenkompetenz zu erhöhen.
  • Die Entwicklung von einheitlichen bzw. verbindlichen Beurteilungskriterien für bestimmte Leistungsnachweise wie z. B. Plakate, Referate oder Overheadfolien, erfolgt.
  • Portfolios als selbstständige Schülerarbeiten, in denen Materialsammlungen begründet ausgewählt, reflektiert und auf zukünftige Handlungen bezogen werden, sind in Erprobung.
  • Gemeinsame Unterrichtsvorbereitungen, z. B. für die Lernspiralen, sind selbstverständlich.
  • Gegenseitige Hospitationen im Unterricht während des Trainings finden häufiger statt.

   
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