BBS Cuxhaven

EFQM-Kriterium/ Teilkriterium:

3 b.: Personalentwicklung, Personalförderung, Weiterbildung

 

EFQM-Teilkriterium/ Teilaspekt:

3 b.7.: Unterrichtsentwicklung

 

„good-practice“-Beispiel:

3 b.7.2.: Kompetenzbildung zur Evaluation des Unterrichts


Schule/Adresse:

Berufsbildende Schulen Cuxhaven, Pestalozzistr. 44, 27474 Cuxhaven


Kontakt:

info@(spamschutz:bitte_entfernen)bbs-cux.de

 

   

Ziel
und Nutzen

Schule kann Kompetenzen und Qualifikationen wesentlich durch Unterricht und durch ihn initiierte Prozesse vermitteln, sodass Unterricht im Zentrum der Anstrengungen, die Qualität von Schule zu verbessern, stehen muss („Kerngeschäft“).


Deshalb sehen sicherlich die Leitziele jeder Schule u. a. vor, dass die Qualität der schulischen Arbeit kontinuierlich überprüft und weiter verbessert wird.


Ebenso gehören zu den Zielen einer Schule die Leistungsorientierung und die Förderung der Fach-, Handlungs-, Methoden- und Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Ausgehend von diesen Zielsetzungen stellen sich im Evaluationsprozess die Fragen:

- Wo stehen wir?
- Woher wissen wir dies?
- Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?


Für diesen Prozess soll das Rahmenkonzept zur Unterrichtsevaluation als eine Grundlage dienen, ohne den Anspruch zu erheben, ein durchweg valides Instrument zu sein. Deshalb wird lediglich ein Rahmen vorgegeben, den es auszufüllen und zu entwickeln gilt. Wird dabei berücksichtigt, dass für die Beurteilung der Prozessqualität von Unterricht weiterer Forschungsbedarf besteht, ist zu erwarten, dass sicherlich mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden, sodass auch hier der Weg das Ziel ist. (Anlage 1: Konzept).

Voraussetzungen/
Rahmenbedingungen

Im QM-Prozess sollte sich jedes Kollegium mit Standards guter Schule und guten Unterrichts auseinandersetzen und vorgegebene/vorgeschlagene Standards nach dem niedersächsischen Qualitätsrahmen oder nach dem EFQM-Konzept daraufhin prüfen, ob die Ansprüche der Schule darin abgebildet sind. Im Prozess der Selbstbewertung sollte eine solche Klärung und Vergewisserung versucht werden, die dann auch die Grundlage dafür bilden kann, individuell und gemeinsam in den Teams an diesem Gegenstand zu arbeiten.

Die Datenhoheit muss je nach Art der Erhebung über den Unterrichtsprozess bei den individuellen Lehrpersonen bzw. bei den beteiligten Teams liegen.

Vorgehen/Ablauf


Das Rahmenkonzept sieht folgende Struktur der Unterrichtsevaluation vor:

A. Selbsteinschätzung der eigenen Unterrichtsgestaltung

Auf der Grundlage des Unterrichtsbeobachtungsbogens für berufsbildende Schulen der niedersächsischen Schulinspektion (Anlage 2) führt jede Lehrerin und jeder Lehrer der Schule eine Selbsteinschätzung ihres/seines Unterrichts durch und wertet diese individuell aus.

Jede Lehrperson der Schule führt diese Selbstbeobachtung mindestens einmal pro Schulhalbjahr in einer Klasse durch und vermerkt die Durchführung im Nachweisformular (Anlage 3).

B. Befragungen von Schülerinnen und Schülern zum Unterricht

Zentrale Befragung

Die Schülerinnen und Schüler der Schule werden beispielsweise im Februar eines jeden Jahres klassenweise zu Unterricht und Schule befragt. Als Instrument bietet sich der Fragebogen der wissenschaftlichen ProReKo-Begleitung an, der von Kolleginnen und Kollegen erarbeitet wurde und mit dem Programm der BBS Bersenbrück hervorragend erhoben und ausgewertet werden kann.


Die Daten der Gesamtbefragung der Schülerinnen und Schüler stehen unmittelbar nach Abschluss der Erhebung an PC-Lehrerarbeitsplätzen zur Verfügung.

Die Auswertung erfolgt teamorientiert durch die Bildungsgangteams bzw. Klassenteams; die Ergebnisse der Auswertungen werden in Sitzungsprotokollen festgehalten.


Lehrerbezogene Befragung

Über die teamorientierte Auswertung hinaus ist aber auch eine individuelle Rückkopplung durch die Schülerinnen und Schüler zur Selbstevaluation notwendig, so dass jede Lehrperson mindestens einmal pro Schuljahr eine solche Befragung einer Klasse durchführen sollte.


Um eine Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen der zentralen Befragung zu ermöglichen, liegt der Fragebogen zum Unterricht in einer auf die Lehrkraft bezogenen Version in Grafstat vor.


Es ist aber auch möglich, diese Erhebung zur Erprobung mit zehn Kernfragen durchzuführen, die durch weitere zehn eigene Fragen je nach Arbeitshintergrund ergänzt werden können.


Um den Aufwand zu minimieren, können diese Daten mit dem Befragungsprogramm Grafstat oder mit einem Tabellenkalkulationsprogramm (Anlage 4), aber auch in Papierform erhoben werden.

Die Durchführung dieser Befragung wird ebenfalls im Nachweisformular festgehalten.


C Auswertung der Bildungsgang-Kennzahlen

Die Abschluss- und Übernahmequoten in den einzelnen Bildungsgängen als mögliche Merkmale der Ergebnisqualität sind aus den Datenkarten E5 der Bildungsgänge und weiteren QM-Berechnungen ersichtlich, die in BBS-Planung zur Verfügung stehen. Die Bildungsgangteamleiterinnen -teamleiter erhalten diese Daten je Schuljahr von der zuständigen Koordinatorin bzw. vom zuständigen Koordinator.

Die Auswertung erfolgt in den Bildungsgangteams. Die Ergebnisse werden in Sitzungsprotokollen festgehalten und in die Sitzungen der zuständigen Abteilungsteams eingebracht.

Sind diese Schritte der Unterrichtsevaluation umgesetzt, ist die Einführung der kollegialen Unterrichtsberatung, des kollegialen Unterrichtsgesprächs in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und Respekts notwendig und sinnvoll. Sind diese Bedingungen an einer Schule bereits erfüllt, sollte das Rahmenkonzept um diesen Bereich erweitert werden.

 

Stolperfallen/
Tipps/
Erfahrungen

- Die Datenhoheit ist nicht geklärt
- Es werden Schein-Evaluationen durchgeführt
- Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens innerhalb des Kollegiums
- Beliebigkeit der Umsetzung
- Überschätzung des Instruments

 

Evaluation

In Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gesprächen können die Durchführung und die Ergebnisse der Auswertungen thematisiert werden bei Einverständnis der Gesprächspartner, damit in diesen Gesprächen das Vertrauen gewahrt bleibt.

In Zielvereinbarungen mit den Teams erfolgt eine Klarstellung darüber, dass das Rahmenkonzept umgesetzt werden muss, die Ausgestaltung und Anpassung des Rahmens an die Arbeitszusammenhänge in der Verantwortung der Teams liegt.

Es sollten Simplifizierungen vermieden werden, wie sie beispielsweise in einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen liegen können nach dem Muster, wird an Stellschraube A gedreht, ändert sich das Ergebnis in einem direkten, messbaren Verhältnis. Bei den vielen Einflussfaktoren auf Unterricht, deren Zusammenspiel in Bezug auf Lernergebnisse individuell begabter Schülerinnen und Schüler wenig geklärt ist, ist eine kritische Distanziertheit sicherlich angemessen.

Ebenso notwendig ist eine Überprüfung der Validität des Evaluationsinstruments: Wird das gemessen, was es zu messen vorgibt?

   

Konzeptbeschreibung

 

Download
www.mk.niedersachsen.de www.proreko.de ProReKo Wissenschaftliche Begleitung www.nibis.de