Konzept

EFQM-Kriterium/ Teilkriterium:

3 b.: Personalentwicklung, Personalförderung, Weiterbildung

 

EFQM-Teilkriterium/ Teilaspekt:

3 b.3.: Ermittlung des Fort- und Weiterbildungsbedarfs

 

„good-practice“-Beispiel:

3 b.3.1.: Fortbildungsmanagement


Schule/Adresse:

Berufsbildende Schule Metalltechnik * Elektrotechnik, Otto-Brenner-Schule, Lavesallee 14, 30169 Hannover, Telefon 0511 26099-100, Fax 0511 26099-105

 

Kontakt:

mail@(spamschutz:bitte_entfernen)bbs-me.de

 

   

Konzept

Das Fortbildungsmanagement an der BBS-ME Hannover
 
 
Idee und Ziele eines dezentralen Fortbildungsmanagements
 
Die Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen verfügen über ein eigenes Budget für Fortbildungen im Kernbereich der beruflichen Bildung. Sie sind damit in der Lage, auch bei privaten Anbietern Qualifizierungsleistungen einzukaufen. Hiermit wird die Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer  unterstützt.
 
Die folgenden Verbesserungen sind Ziel einer Budgetierung der Lehrerbildung im Kernbereich der beruflichen Bildung:

Vom Konzept der angebotsorientierten Fort- und Weiterbildung entwickelt sich das Fortbildungssystem zu einem nachfrageorientierten. Die Nachfrage entsteht durch die Erhebung der Qualifizierungsbedürfnisse in den Schulen.

  • Damit die erhobenen Fortbildungsbedürfnisse nachfragewirksam werden können, haben die einzelnen Schulen erweiterte, eigenverantwortlich zu verwaltende Fortbildungsbudgets.
  • Um die Angebotsauswahl zu vergrößern und die Potenziale der außerschulischen Anbieter zu nutzen, sind die Schulen in der Lage, auch bei außerschulischen Anbietern in eigener Verantwortung „einzukaufen“.
  • Durch die Darstellung der jeweiligen Fortbildungskosten wird das Kostenbewusstsein in den Schulen und bei den einzelnen Lehrkräften erhöht.
  • In den Schulen wird mehr Bewusstsein für die Effektivität und Effizienz einzelner Qualifizierungen entstehen.

Die BBS-ME hat ein systematisches Fortbildungsmanagement eingeführt, um das Hauptziel, die Verbesserung der Unterrichtsqualität, durch bedürfnisorientierte Fortbildungen und der daraus resultierenden Fortbildungsplanung zu erreichen. Hierzu wird ein Fortbildungsplan aufgestellt und Grundsätze der Budgetverteilung durch die Gesamtkonferenz beschlossen.
 
 
Die sechs Elemente des Fortbildungsmanagements
 
Das systematische Fortbildungsmanagement ist als kontinuierlicher Prozess der Erhebung kollektiver, schulisch begründeter Bedarfe, ggf. gestützt auf das vorhandene Schulprogramm und die individuellen Fortbildungsbedürfnisse der einzelnen Lehrkräfte, zu verstehen. Zudem beinhaltet es die Planung, Koordinierung, Bezahlung, Dokumentation und Evaluation der schulischen Fortbildungsaktivitäten.


Das Fortbildungsmanagement kann somit zusammenfassend in sechs wesentliche Schritte gegliedert werden:

  • die Fortbildungsbedarfe erheben,
  • einen Fortbildungsbedarfsplan erstellen,
  • die Finanzierungsquellen klären und festlegen,
  • vorhandene Fortbildungsangebote recherchieren oder ggf. Fortbildungen selbst organisieren,
  • Fortbildungsentscheidungen treffen, im verbindlichen schulischen Fortbildungsprogramm dokumentieren und umsetzen,
  • die Ergebnisse bewerten, sichern und multiplizieren.
     

 
Personalentwicklungskonzept an der BBS-ME
 
Die BBS-ME in Hannover besitzt eine Kollegiale Schulleitung (KSL) gemäß den Vorgaben des niedersächsischen Schulgesetzes, also ein Leitungsteam, dessen Ämter auf Zeit vergeben sind.


Die Führungsaufgaben sind auf acht Mitglieder der KSL verteilt. Dabei sind die Aufgaben des Schulleiters auf Grund gesetzlicher Vorgaben festgeschrieben. Die anderen Führungsbereiche gliedern sich wie folgt:


Vier Abteilungsleiter

  • Abteilung Metalltechnik
  • Abteilung Elektrotechnik
  • Abteilung Fachgymnasium und Fachoberschule
  • Abteilung Fachschule (Technikerschule)

Vier Ressortleiter

  • Pädagogische Unterstützung, Controlling, Managementreview
  • Personal- und Fortbildungsmanagement
  • Budgetmanagement
  • Stundenplan, Statistik, Verwaltung
     

Die Aufgaben des Personal- und Fortbildungsmanagements sind innerhalb der KSL beim stellvertretenden Schulleiter angesiedelt. Das Personalmanagement umfasst an der BBS-ME die Bereiche

  • Personalbedarfsermittlung,
  • Personalbeschaffung,
  • Personalentwicklung,
  • Personaleinsatz,
  • Personalerhaltung.

Lediglich der Bereich der Personalbeschaffung wird vom stellvertretenden Schulleiter als Führungsaufgabe ohne Mitarbeiterbeteiligung innerhalb der KSL erledigt. Für die anderen Bereiche gibt es Hinweise, Vorschläge und Forderungen der „Basis".
 
Im Rahmen der Organisationsentwicklung hat sich die Schule für eine Teamstruktur entschieden. Dadurch ergeben sich für die in den Teams tätigen Lehrerinnen und Lehrer neue Arbeitszusammenhänge. Die Lehrkräfte in den Teams sind die Experten für ihren Bereich; sie sind für den Unterricht und für dessen Weiterentwicklung verantwortlich.
 
Das Aufgabenspektrum der Teams ist von der Kollegialen Schulleitung der BBS-ME beschrieben und allen Lehrkräften ausgehändigt worden.
 
Vorbemerkungen zu den Aufgaben der Teams
 
Die Arbeit in den Teams dient dem Ziel, in Anlehnung an das EFQM-Modell die Qualität der schulischen Arbeit zu verbessern. Zu den Aufgaben der Teams gehören u. a.

  • pädagogische Arbeit
  • Evaluation der Arbeit im Team
  • Ressourcenplanung (Personal und Räume)
  • Planung und Verwaltung der Finanzen
  • Verwaltungsaufgaben
  • Kontakt zu den Ausbildungspartnern
  • Berichtswesen

Unter Ressourcenplanung beschäftigt sich das Team u. a. auch mit Belangen des Personalmanagements, speziell dem Personaleinsatz.
 
Alle Mitglieder der KSL betreuen eine Anzahl von Teams. Dieses Teamcoaching ist eine Teilaufgabe innerhalb der Führungsaufgaben der KSL. So sind nicht nur die vier Abteilungsleiter in den Prozess eingebunden, sondern auch die vier Ressortleiter; die Belastungen sind gleichmäßig auf das Führungsteam verteilt. Die Aufgaben des Teamcoachings sind über eine Prozesslandkarte beschrieben.
 
Um den Informationsfluss von oben nach unten und von unten nach oben zu gewährleisten, gibt es zunächst die Zielvereinbarungskaskade, vom Schulleiter ausgehend, der auf der Grundlage des Schulprogramms mit seinen Abteilungsleitern Ziele vereinbart. Die Abteilungsleiter bzw. Teamcoachs wiederum vereinbaren Ziele mit den Teamsprechern, die diese Ziele mit den Lehrerinnen und Lehrern des Teams im vorgegebenen Zeitrahmen umsetzen.


Im Gegenzug wird der Unterstützungsbedarf artikuliert. Die Teams sprechen den Teamsprecher an, die Teamsprecher wenden sich an ihren Teamcoach bzw. Abteilungsleiter, die Abteilungsleiter berichten dem Schulleiter.


Zielvereinbarungen laufen top - down, die Artikulation der Unterstützungsbedarfe hingegen bottom - up. So ist der Teamsprecher in der Lage, auch Personalbedarfe bei der Führung zu beschreiben.
 
Qualifizierungs-Bedarfe werden autonom von den Teams ermittelt und über Teamsprecher und Abteilungsleiter (Koordinator) dem Fortbildungsbeauftragten gemeldet. Dieser entscheidet dann im Auftrag des Schulleiters, gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Koordinator für Finanzen oder dem Personalrat, welche Fortbildung für die Lehrkraft oder das Team „eingekauft“ wird.
 
Die Personalentwicklung wird über die planmäßige Abfrage des Fortbildungsbedarfs gemäß einer Verfahrensanweisung (BBS-ME - VA18, s. Anlage 1) durchgeführt. Der Prozess der Durchführung externer Fortbildung ist beschrieben (s. Anlage 2). Dabei geben die Teamsprecher die Fortbildungsanforderungen für ihr Team in eine Datenbank ein (CFm Software-Tool, s. Anlage 3). Mit dieser Software lassen sich

  • die Anmeldeformalitäten,
  • die finanzielle Abwicklung und
  • die Bewertung der Fortbildung

erledigen. Außerdem wird ein Qualifikationsprofil der Lehrkraft erstellt. Nach der Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung ist diese durch den Teilnehmer zu bewerten. Eine geeignete Multiplikation der Fortbildungsinhalte ist vom Teilnehmer zeitnah zu planen und durchzuführen (s. Anlage 4).
 
Dem Personalmanager verbleibt die Aufgabe, die formulierten Personalbedarfe über die Personalbeschaffung zu realisieren. Da der Personalmanager auch als Fortbildungsbeauftragter wirkt, obliegt ihm auch das Fortbildungsmanagement.
 
Durch die Einbeziehung der Teams in das Personalentwicklungskonzept wird das Kriterium  3  (Mitarbeiter) der Schulentwicklung nach dem EFQM-Modell berücksichtigt und die einzelnen Unterkriterien in unterschiedlicher Ausprägung erfüllt.
 
Die Unterkriterien sind nachfolgend benannt (vergleiche Kastner-Verlag: Unsere Schule auf dem Weg in die Zukunft, Wolnzach 2004) und mit je einem Beispiel aus der BBS-ME-Praxis erläutert.
 
Kriterium 3 a
Mitarbeiterressourcen werden unter Berücksichtigung der Ziele und Strategien der Schule geplant, eingesetzt und verbessert. Zum Beispiel werden die Mitarbeiter über die Teams an Personalplanung und -einsatz beteiligt.

Kriterium 3 b
Das Wissen und die Kompetenzen der Mitarbeiter werden ermittelt, ausgebaut und aufrecht erhalten. So werden zum Beispiel Fortbildungspläne mit Hilfe der Teams für den einzelnen Mitarbeiter formuliert.

Kriterium 3 c
Die Mitarbeiter werden in die Entscheidungsprozesse einbezogen; sie entwickeln Initiative und handeln eigenverantwortlich.

So werden zum Beispiel Mitarbeiter/innen über Zielvereinbarungen zu eigenverantwortlichem Handeln ermuntert.

Kriterium 3 d
Die Mitarbeiter führen mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft einen Dialog.

So stehen zum Beispiel Kommunikationskanäle von oben nach unten und von unten nach oben sowie horizontal zur Verfügung.

Kriterium 3 e
Mitarbeiter werden anerkannt und belohnt; die Fürsorgepflicht ihnen gegenüber wird beachtet.

So sind zum Beispiel Einstellungskriterien auf die Ziele der Teams und Strategien der Schule abgestimmt.
 
Die beschriebene Vorgehensweise im Bereich der Personalentwicklung soll als ein Baustein von vielen der BBS-ME helfen, die Qualität der schulischen Arbeit nachhaltig zu verbessern, um letztendlich auch die anderen Kriterien des EFQM-Modells in den nächsten Jahren zu erfüllen.
 
 
Qualitätsstandards für Fortbildung

Evaluationsstandards für das Fortbildungsmanagement
 
Die nachfolgenden Evaluationsstandards für das Fortbildungsmanagement an Berufsbildenden Schulen sind im Rahmen des Modellversuchs UbS von den Berufsbildenden Schulen Hannover ME und Bersenbrück entwickelt worden. Sie dienen einerseits ihrer originären Funktion als Evaluationsinstrument, andererseits können sie Hilfestellung bei der Implementation einer systematischen Fortbildungsorganisation leisten.

Für beide Funktionsbereiche hilfreich war die Orientierung am Aufbau der "RADAR-Matrix", wie sie im Rahmen des EFQM-Modells für Excellence verwendet wird.


Im Ergebnis bilden drei Standardbereiche die Grundlage für die Implementation und Evaluation eines systematischen Fortbildungsmanagements:

  • fortbildungsbezogene Organisation,
  • fortbildungsbezogene Personalentwicklung und
  • Qualitätsentwicklung des Fortbildungsmanagements.

 Dabei sind folgende Kerngedanken zu berücksichtigen:


Bezug nehmend auf die Implementierung eines Fortbildungsmanagements, das sich als Konzept versteht und von der Bedarfserhebung und -auswertung über die Erstellung des Fortbildungsplanes bis zur Unterstützung bei der Realisierung von Fortbildungen reicht (Personalentwicklung eingeschlossen), kann dieses als Prozess angesehen werden, der in das Spannungsfeld von Personal- und Organisationsentwicklung eingreift.
 
 Standardbereich: fortbildungsbezogene Organisation
 
Definition: Die systematische Integration der fortbildungsbezogenen Aufbauorganisation in die Aufbauorganisation der Schule ist notwendige Voraussetzung für ein nachfrageorientiertes Fortbildungsmanagement. Hinreichende Voraussetzung für ein funktionierendes Fortbildungsmanagement dagegen ist eine darauf bezogene Ablauforganisation.


Operationalisierung: Durch das Entwickeln einer am Schulprogramm orientierten Fortbildungsplanung, die auf einen reibungslosen Ablauf gerichtet ist, entsteht ein Fortbildungsprogramm. Die Durchführung zielt auf die Qualitätsverbesserung und -sicherung des Unterrichts.


Ausprägungsgrade: Die nachfolgenden Ausprägungsgrade sind hinsichtlich ihrer Umsetzung hierarchisiert und inhaltlich voneinander abhängig.
 

  1. Eine visualisierte und kommentierte Aufbauorganisation des Fortbildungsmanagements, die in eine ebenso dargestellte Aufbauorganisation der Schule integriert ist, ist dem Personal zugänglich. Das Fortbildungsbudget ist darüber hinaus nach bekannten Kriterien mit dem Schulbudget abgestimmt und wird nach einem festgelegten, transparent gemachten Verteilungsschlüssel vergeben.

Indikatoren

  • Ein Organigramm der Aufbauorganisation der Schule, aus dem auch die personenbezogenen Verantwortlichkeiten deutlich werden, ist jeder Lehrkraft ausgehändigt.
  • Aus dem Organigramm geht die Einbindung des Fortbildungsmanagements in die Gesamtorganisation hervor.
  • Für das Fortbildungsmanagement ist ebenso ein Organigramm vorhanden, in dem Zuständigkeiten verdeutlicht werden.
  • Der Zugriff der Lehrkräfte auf Organigramme und Beschreibungen der Aufbauorganisation ist über Intra-/Internet jederzeit gewährleistet.
  • Außerdem werden neuen Lehrkräften diese Informationen in Papierform ausgehändigt.

Vom Gesamtbudget wird von einem zuständigen Entscheidungsgremium (z. B. der Gesamtkonferenz) ein festgelegter Anteil für Fortbildungsmaßnahmen eingeplant.
 
Die Aufteilung des Fortbildungsbudgets auf die Subeinheiten erfolgt mittels eines Verteilungsschlüssels durch ein autorisiertes Entscheidungsgremium (z. B. Fortbildungsausschuss, Schulleitung) auf benannte Fortbildungsbereiche (z. B. didaktisch, methodisch, fachlich).
 

  1. Eine visualisierte und kommentierte Ablauforganisation des Fortbildungsmanagements ist dem Personal ausgehändigt und wird diesem auf Wunsch erläutert.

 
Indikatoren

  • Das Fortbildungsmanagement ist hinsichtlich seiner Ablauforganisation (von der Bedarfserhebung bis zur Unterrichtsevaluation) grafisch, z. B. in Form einer Verfahrensanweisung/eines Prozessablaufplans, dargestellt.
  • Der Zugriff der Lehrkräfte auf Organigramme und Beschreibungen der Aufbauorganisation des Fortbildungsmanagements ist über Intra-/Internet jederzeit gewährleistet.
  • Außerdem werden neuen Lehrkräften diese Informationen in Papierform ausgehändigt.
  • Der Fortbildungsbeauftragte und die Abteilungsleiter erläutern nach Aufforderung und zeitnah die dargestellten Prozesse.
     
  1. Die regelmäßig durchzuführenden Bedarfserhebungen münden in einen personen- und zeitbezogenen Fortbildungsplan.

 
Indikatoren

Das Fortbildungsjahr, z. B. Haushaltsjahr, Kalenderjahr, Schuljahr, ist legitimiert (z. B. Gesamtkonferenz, Schulleitung) festgelegt.

  • Für das Fortbildungsjahr sind regelmäßig Bedarfserhebungen (halbjährlich, jährlich) durch den Fortbildungsbeauftragten durchzuführen
  • Die Erhebungen sind in Bezug auf die jeweilige Lehrkraft ausgewertet und chronologisch strukturiert und dokumentiert
  • Die personenbezogenen Bedürfnisse sind im Rahmen der Personalentwicklungsgespräche aufgegriffen und gemäß der Zielvereinbarung in den Fortbildungsplan integriert.
  1. Es existieren Unterstützungssysteme, um Fortbildungsmaßnahmen nachzufragen und anzubieten.


Indikatoren

  • Der Fortbildungsbeauftragte nutzt eine oder mehrere Datenbanken, die Informationen über Anbieter von Fortbildungsmaßnahmen vorhalten.
  • Der Fortbildungsbeauftragte besitzt Informationen über Lehrbefähigungen, besondere Kenntnisse und Fertigkeiten des Personals, auf die auch andere Lehrkräfte zugreifen können.
  • Es existieren Checklisten über das Vorgehen bei der Durchführung schulinterner Fortbildungen.


Standardbereich: fortbildungsbezogene Personalentwicklung
 
Definition: Vor dem Hintergrund eines nachfrageorientierten Fortbildungsmanagements sind die Transparenz der fortbildungsbezogenen Abläufe und deren perspektivische Ausrichtung auf den Bedarf der Schule und der Bedürfnisse des Personals Kernmerkmale.
 
Operationalisierung: Im Rahmen der Personalentwicklung werden die aus der Bedarfserhebung entwickelten Fortbildungsprioritäten bekannt gegeben und fließen inhaltlich in Personalentwicklungsgespräche ein.
 
Ausprägungsgrade: Die nachfolgenden Ausprägungsgrade sind hinsichtlich ihrer Umsetzung hierarchisiert und inhaltlich voneinander abhängig.

  1. Informationen an das Personal über Rahmenbedingungen bzgl. der Teilnahme an sowie Durchführung von Fortbildungen

 
Indikatoren

  • Informationen über die Rahmenbedingungen wie Eigenbeteiligung, Leistungen der Schule, Anmeldeverfahren sind von den Lehrkräften aus dem Intra-/Internet zu entnehmen.
  • Terminierte Fortbildungsveranstaltungen (Zeiten und Orte) werden durch Aushang und über das Intra-/Internet kommuniziert; ihre speziellen Rahmenbedingungen werden dokumentiert.
  • Sollten Fortbildungsmaßnahmen als einschlägige Qualifizierungsmaßnahme anerkannt sein, so ist dieses auszuweisen.
 
  1. Auswertung und Prioritätenbildung erfolgt in den dezentralen Einheiten

 
Indikatoren

  • Die Auswertung der Bedarfserhebung wird den Organisationseinheiten oder Teams zur weiteren Nutzung zur Verfügung gestellt.
  • Nutzen die dezentralen Einheiten bei der Prioritätenbildung die Möglichkeit, durch Fortbildungen einen eigenen Beitrag zur Profilbildung zu leisten, dann ist dieser mit den Intentionen des Schulprogramms in Einklang zu bringen.
     
  1. Informationen an das Personal über Prioritätenliste und genehmigte Fortbildungen

 
Indikatoren

Die Informationen der Schulleitung an die Organisationseinheiten oder Teams über schulweite thematische Schwerpunktsetzungen für das kommende Fortbildungsjahr erfolgen mindestens vier Wochen vor der Bedarfserhebung.

Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen wird für die Schulöffentlichkeit sichtbar dokumentiert (z. B. Aushang, Intra-/Internet).
 
4. Durchführung von Personalentwicklungsgesprächen und dabei Festlegung des Fortbildungsbedarfs
 
Indikatoren

Personalentwicklungsgespräche werden nach Bedarf, aber mindestens jährlich, nach einem hierarchisch gegliederten Schema mit allen Lehrkräften geführt.

  • In dem als Zielvereinbarung beschlossenen Ergebnis des Personalentwicklungsgespräches werden unter anderem konkrete Fortbildungsmaßnahmen vereinbart.
  • Die Zielvereinbarungen werden schriftlich dokumentiert und der Personalnebenakte zugeführt.

Die Zielerreichung der vorausgegangenen Gespräche wird evaluiert.
 
Standardbereich: Qualitätsentwicklung des Fortbildungsmanagements
 
Definition: Das fortbildungsbezogene Qualitätsmanagement ist ein Teilprozess der Organisations- und Personalentwicklung und unterstützt die Schule auf ihrem Weg zur Excellenz im Sinne der EFQM.
 
Operationalisierung: Fortbildungsbezogene Qualitätsentwicklung stellt sicher, dass das Fortbildungsmanagement hinsichtlich seiner eigenen Organisation, in seiner Funktion als Personalentwicklungselement und Instrument der Unterrichtsentwicklung wirksam werden kann.
 
 Ausprägungsgrade: Die nachfolgenden Ausprägungsgrade sind hinsichtlich ihrer Umsetzung hierarchisiert und inhaltlich bezogen voneinander abhängig.
 
1.    Es liegen Qualitätskriterien für Fortbildungen vor, die angewendet werden.
 
Indikatoren

  • Landesweit anerkannte Qualitätsmerkmale für Fortbildungen sind auf geeignete Weise (z. B. im Rahmen der Gesamtkonferenz) erläutert worden.
  • Es ist sichergestellt, dass die Qualitätsmerkmale für selbstorganisierte Fortbildungen angewendet werden.
  • Bei fremdorganisierten Fortbildungen werden die Qualitätsmerkmale als Evaluationsinstrument verwendet.
  • Aus den Erkenntnissen der Evaluation (auch bei selbst-organisierten Fortbildungen) werden die identifizierten Schwächen zukünftig in Stärken verwandelt.
  • Es erfolgt eine systematische Planung von Fortbildungsmaßnahmen für die einzelne Lehrkraft.

2. Der Wissenstransfer aus Fortbildungen wird evaluiert.
 
Indikatoren

  • Die Multiplikation der Fortbildungsinhalte erfolgt selbstständig durch die Organisationseinheiten/Teams.
  • Der Wissenstransfer an die Organisationseinheit/das Team wird terminiert (wenn möglich bereits bei der Antragstellung zur Teilnahme).
  • Die Qualitätsmerkmale, die für Fortbildungsveranstaltungen verwandt werden, erhalten auch im Rahmen von schulinternen Multiplikationsveranstaltungen Gültigkeit.
  • Der zuständige Abteilungsleiter nimmt die schriftlichen Rückmeldungen entgegen und wertet diese aus. Dabei wird die Umsetzung der verabredeten Art der Multiplikation geprüft.


3. Für die Entwicklung und Umsetzung des Fortbildungsmanagements sind geeignete Qualitätskriterien vorhanden und werden angewendet.
 
Indikatoren

  • Die Durchsetzung der Qualitätsstandards wird vom Fortbildungsbeauftragten im Auftrag der Schulleitung sichergestellt.

Um eine kontinuierliche Entwicklung des Fortbildungsmanagements zu gewährleisten, erfolgt eine jährliche Überprüfung des Konzeptes im Rahmen einer Konferenz der Organisationseinheiten-/Teamleiter auf Basis der gültigen Erkenntnisse zur Systematik von Fortbildung (z. B. Entwicklungslogik).
 
4. Die auf Grund der Evaluation erforderlichen Konzeptveränderungen in den Bereichen Organisation und Personal werden durchgeführt und dokumentiert.
 
Indikatoren

  • Notwendige Änderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation des Fortbildungsmanagements werden vorgenommen und in den Organigrammen und Kommentaren eingearbeitet (z. B. Revisionsvermerk des QM-Beauftragten, des Qualitätsmanagements).
  • Bei evaluiertem Bedarf (z. B. Lehrkräfte > 100) erfolgt die Erweiterung des mit den Aufgaben des Fortbildungsmanagements beauftragten Personenkreises.


Anlage 1
 
 
Prozessbeschreibung – Kurzform –
 
(Die Langform ist mit Viflow modelliert)
 
 
Fortbildungsbedarf festgestellt
 
Der Teilnehmer beantragt Fortbildung (Eingabe aller relevanten Daten in CFm).
 
Der Teamsprecher prüft Konformität und gibt den Antrag frei
(bei Ablehnung ist der Vorgang beendet).
 
Der Fortbildungsbeauftragte (Personalmanager) prüft die Übereinstimmung mit dem Fortbildungsplan; er stellt die notwendigen finanziellen Mittel bereit und gibt den Antrag frei (bei Ablehnung wird ggf. die Clearingstelle angerufen).
 
Der zuständige Abteilungsleiter prüft die Konformität und gibt den Antrag frei (bei Ablehnung wird ggf. die Clearingstelle angerufen).
 
Der Schulleiter genehmigt den Fortbildungsantrag und die notwendige Dienstreise (bei Ablehnung wird ggf. eine Clearingstelle angerufen; lehnt die Clearingstelle ebenfalls ab, liegt die endgültige Entscheidung beim Schulleiter).
 
Der zuständige Abteilungsleiter organisiert eine notwendige Vertretung.
 
Der Teilnehmer stellt nach Teilnahme an der Fortbildung und deren Bewertung einen Reisekostenantrag.
 
Der Teilnehmer organisiert zeitnah eine Multiplikation der Fortbildung.
 
 
 

Anlage 2
 
 
Verfahrensanweisung Fortbildung - extern
 
1. Zweck
 
Diese Verfahrensanweisung beschreibt die Vorgehensweise zur Festlegung des Ablaufs zum Antrag und der Genehmigung aller externen Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der bbs|me Otto-Brenner-Schule Hannover mit allen Schulformen.
 
2. Geltungsbereich
 
Diese VA ist für alle Kolleginnen und Kollegen verbindlich.
Das CFm-Programm ersetzt die papierene Antragstellung und Bearbeitung.
 
3. Zuständigkeiten
 
Für die Einhaltung der VA 18 „Fortbildung - extern“ ist der Fortbildungsbeauftragte (kurz: FBB) zuständig. Das CFm-Programm wurde hausintern entwickelt und erstellt. Das Copyright haben der Schulleiter und der Programmentwickler der BBS-ME.
 
4. Beschreibung
 
Der Prozess „Fortbildung managen - extern“ wird im elektronischen Management-Handbuch (eMH) visualisiert und gliedert sich in die Abschnitte:

Antragstellung,

Genehmigungsverfahren,

Durchführung und Abrechnung,

Auswertung.

 
Die Prozessschritte mit Zuweisungen der Verantwortlichkeiten werden im eMH ausgeführt.

Nach der Antragstellung und Genehmigung erhält der Antragsteller/die Antragstellerin die Kopie des genehmigten Dienstreiseantrages vom Geschäftszimmer in das Lehrer-Postfach (z. d. A.).

Die Anmeldung wird i. d. R. vom Geschäftszimmer abgeschickt, sofern nichts anderes vom Antragsteller gewünscht wird.
 
Das Fortbildungsbudget und damit die Fortbildungen werden jeweils halbjährlich von der KSL entschieden und im CFm veröffentlicht.
 
Bei Streitfällen oder der Nichtgenehmigung durch den SL kann der Antragsteller/die Antragstellerin binnen einer Woche nach schriftlicher Mitteilung durch den FBB die Clearingstelle anrufen. Mitglieder der Clearingstelle sind der Fortbildungsbeauftragte, ein sonstiges Mitglied der KSL, ein Mitglied des Schulpersonalrates und der Beschwerdeführer/die Beschwerdeführerin. Kann keine Einigung erzielt werden, entscheidet der SL. Gegen diese Entscheidung des SL ist kein Widerspruch möglich.
 
Fortbildungsteilnehmer/-innen müssen nach Abschluss der Fortbildungsveranstaltung zeitnah einen Kurzbericht zum Inhalt und eine Bewertung der Fortbildungsveranstaltung in das CFm-Programm einpflegen. Erst danach wird die Reisekostenabrechnung bearbeitet.
 
5. Hinweise und Anmerkungen
 

Anlage 3
 
Computergestütztes Fortbildungsmanagement CFm


Das Softwaretool ist eine Applikation zu der Standardsoftware bbs-Planung des MK Niedersachsen. Es wurde von der bbs|me Hannover in Zusammenarbeit mit der BBS Bersenbrück entwickelt. Dieses Tool ermöglicht eine Verwaltung und komplexe Auswertung aller Fortbildungsmaßnahmen. Der Datenschutzbeauftragte der BBS-ME war bei der Konzipierung und ist bei der Weiterentwicklung des Tools einbezogen.
 
 
 
Programmbeschreibung
 
Das Programm setzt sich aus verschiedenen logisch aufgebauten Modulen zusammen. Dies sind:
 
Stammdaten
Hier werden die Personal- und Teamdaten der Schule abgebildet, soweit sie für die Fortbildung und den Personaleinsatz von Bedeutung sind.


Qualifikationsprofile
Dieses Modul dient dazu, den Personaleinsatz nach schulischen Anforderungen, persönlichen Qualifikationen und Einsatzwünschen zu optimieren.


Dienstprogramme


Personaldaten
In diesem Teil werden die Personaldaten aus BBS-Planung übernommen.


Datensicherung
Dieser Teil dient der Reorganisation und Sicherung der Bewegungsdaten.
 
Personaldaten
Dieses Formular dient zur Anzeige von Personaldaten. Es werden die persönlichen Daten des jeweiligen Lehrers und die Lehrbefähigungen sowie Vertiefungsrichtungen angezeigt. Darunter werden das Wunschfach und die Wunschschulform vermerkt. Weiterhin werden die Fortbildungsmaßnamen des Lehrers angezeigt, welche er die letzten fünf Jahre besucht hat. Alle Daten des ausgewählten Lehrers sind ausdruckbar.
 
Aus diesen Daten lässt sich im zulässigen Maß das Profil einer Lehrkraft erstellen. Dieses dient zur Personalentwicklung, erleichtert den Personaleinsatz und hilft bei der Personalerhaltung.
 
 
Anlage 4
 
Multiplikation (mit Evaluation)  
Grundsatz: Multiplikation ist obligatorisch!
Jedoch: Nicht jeder Fortbildungsinhalt ist multiplikationsfähig.
 
Vor der Fortbildungsveranstaltung:
 
1. Die Multiplikation der Fortbildungsinhalte erfolgt selbstständig durch die Teams.
2.  Die Art der Multiplikation wird (nach Möglichkeit) bereits bei der Antragstellung mit dem Teamsprecher/dem Team vereinbart.
3. Der Termin für die schulinterne Multiplikationsveranstaltung wird (wenn möglich) bereits bei der Antragstellung benannt.
4. Mindestens der Zeitrahmen für die Multiplikation wird bei Antragstellung festgelegt.
5.  Multiplikationsteilnehmer sind (nach Möglichkeit) bei Antragstellung zu benennen.
 

Fortbildungsveranstaltung

 

Vor der Multiplikationsveranstaltung


6. Der Fortbildungsteilnehmer als Multiplikator meldet die Teilnehmer 14 Tage vor der Multiplikationsveranstaltung an den Stundenplaner.

Multiplikationsveranstaltung


Nach der Multiplikationsveranstaltung

 
7. Der Multiplikator gibt die Teilnehmerliste sofort nach der Veranstaltung an den Fortbildungsbeauftragten.
8. Die schulinterne Multiplikationsveranstaltung wird von den Teilnehmern anhand von Qualitätsmerkmalen (Evaluationsinstrument) für Fortbildungsveranstaltungen bewertet (Veranlassung und Koordination durch den Fortbildungsbeauftragten). 
9. Der Fortbildungsbeauftragte pflegt die Datenbank.

www.mk.niedersachsen.de www.proreko.de ProReKo Wissenschaftliche Begleitung www.nibis.de