Konzept

EFQM-Kriterium/ Teilkriterium:

3 b.: Leitfaden für Mitarbeitergespräche

 

EFQM-Teilkriterium/ Teilaspekt:

3 b.5.: Kollegiale Beratung

 

„good-practice“-Beispiel:

3 b.5.1.: Kollegiale Beratung


Schule/Adresse:

Herman-Nohl-Schule, Steuerwalder Str. 162, 31137 Hildesheim

Kontakt:

Harms@Herman-Nohl-Schule.de

 

   

Konzept

Herman-Nohl-Schule
Regionales Kompetenzzentrum Hildesheim
Kollegiale Beratung

Kollegiale Beratung ist eine wesentliche Möglichkeit der kollegialen Unterstützung in Form systematischer Beratungsgespräche, durch welche Kolleginnen und Kollegen sich wechselseitig zu beruflichen Fragestellungen und Problemen beraten sowie Lösungen und weiterführende Perspektiven entwickeln.


Schule ist ein soziales System, in dem neben der Vermittlung von Wissensinhalten Menschen ständig miteinander interagieren, was eine kommunikative Kompetenz erfordert und vielfältige Konfliktpotenziale birgt.


Die damit einhergehenden Anforderungen und Probleme bedingen die Notwendigkeit des kollegialen Austausches und der kollegialen Beratung als institutionalisiertes und strukturiertes Vorgehen.


Die Gesamtverantwortung des Schulleiters und die Verantwortung der Abteilungsleiter/-innen sowie das Weisungsrecht der Leitungsebene bleiben von Prozessen kollegialer Beratung unberührt.


Ziele kollegialer Beratung sind:


• die Analyse und Reflexion des eigenen beruflichen Handelns sowie des Bedingungsgefüges
• die Verbesserung der Selbstwahrnehmung im Umgang mit auftretenden Problemen
• die Re-Aktivierung professioneller Ressourcen
• die Entwicklung von Lösungen und neuen Perspektiven
• die Erweiterung des eigenen Handlungsrepertoires
• Stabilisierung und Entlastung
• Stärkung des Teams.

1. Gegenstand der kollegialen Beratung an der HNS ist die sog. Fallarbeit, d. h. Fragestellungen, Schwierigkeiten und Probleme, die sich auf die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern beziehen bzw. sich daraus ergeben.


Das könnten z. B. sein: Konflikte mit Schülerinnen und Schülern sowie Lerngruppen, Umgang mit Schulabsentismus, Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Krisen von Schülerinnen und Schülern, Mobbing unter Schülern u. a.

2. Probleme zwischen Kolleginnen und Kollegen sind nicht im Rahmen der kollegialen Beratung zu bearbeiten. Falls diese intern nicht gelöst werden können, ist die Notwendigkeit einer Supervision zu prüfen.

3. Die kollegiale Beratung findet in den Teams, den didaktischen Teams und den Fachteams statt (vgl. Teamregeln).

4. Die kollegiale Beratung beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit der Teammitglieder. Das bedeutet, dass jede Kollegin/jeder Kollege selbst entscheidet, ob sie/er kollegiale Beratung benötigt bzw. wünscht und dieses Anliegen einbringt.


Besteht ein Beratungsanliegen, so wird dieses in die Tagesordnung der Teamsitzung aufgenommen (vgl. Teamregel 2).

5. Damit kollegiale Beratung gelingen kann, sind die gegenseitige Wertschätzung der Teammitglieder sowie ein partnerschaftlicher und unterstützender Umgang miteinander unabdingbar (vgl. Teamregel 5).

6. Kollegiale Beratung setzt gegenseitiges Vertrauen voraus. Das bedeutet, dass mit den Inhalten des Beratungsgesprächs vertraulich umgegangen wird. Das Besprochene verbleibt in dem jeweiligen Team und wird nicht nach außen getragen. Die dienstlichen Pflichten von Landesbeamten und Landesbediensteten bleiben hiervon unberührt.
Begründete Ausnahmen sind möglich, falls das Team – einschließlich der Falleinbringerin/des Falleinbringers – sich darauf einigt, aus bestimmten Gründen ausgewählte Inhalte zu kommunizieren (z. B. mit anderen Kolleginnen und Kollegen, Schülern).

7. Die Teammitglieder haben dafür Sorge zu tragen, sich hinsichtlich kollegialer Beratung und Teamentwicklung entsprechend zu qualifizieren. Dieses (neu) erworbene Wissen zur kollegialen Beratung und Teamentwicklung wird im Team multipliziert und von allen Teammitgliedern umgesetzt, um die Kompetenz des Teams kontinuierlich zu erhöhen bzw. das Team in seiner schulischen Arbeit und Funktion zu stärken (vgl. Teamregel 7).


Im Rahmen der Fortbildungsplanung der Abteilungen wird die Qualifizierung von Kolleginnen und Kollegen zu den Themen kollegiale Beratung und Teamentwicklung gezielt berücksichtigt.

8. Die Beratungslehrer unterstützen die Teams bei Bedarf. Entsprechend qualifizierte Kolleginnen und Kollegen aus der Abteilung können ebenso zur Unterstützung von jedem Teammitglied hinzugezogen werden (vgl. Teamregel 8). Die Abteilungsleiter/-innen beauftragen nach den Kriterien Eignung und Befähigung Lehrkräfte aus ihrer Abteilung als Unterstützerpool für die Prozesse kollegialer Beratung.

9. Die kollegiale Beratung stellt ein strukturiertes, systematisches Vorgehen dar, was das Anwenden einer geeigneten Methode bedingt. Sehr klar strukturierte Methoden sind hier von Vorteil.


Die Teams erhalten schriftliche Handreichungen zum Thema kollegiale Beratung, die bei der Durchführung als „Leitfaden“ zur besseren Orientierung genutzt werden können.

www.mk.niedersachsen.de www.proreko.de ProReKo Wissenschaftliche Begleitung www.nibis.de