Führungskräftefeedback

Führungskräftefeedback

EFQM-Kriterium

1: Führung

EFQM-Teilkriterium

1a: Leitbild / Führungsverhalten
Schule/Adresse:Berufsbildende Schulen Einbeck, Hullerser Tor 4, 37574 Einbeck
Kontakt: info@(spamschutz:bitte_entfernen)bbs-einbeck.de
Ansprechpartner: Renatus Döring/Dörte Kirst-Bode
 

Ziel
und Nutzen

Für die Leitung einer Schule, die sich an Zielen und deren Erreichung orientiert, ist es unerlässlich, regelmäßig das eigene Führungshandeln zu evaluieren und zu verbessern. Hierfür kommt es darauf an, im Rahmen einer Lehrkräftebefragung Stärken und Verbesserungsbereiche zu identifizieren.
Ungeachtet der Erfordernisse einer kennzahlengestützten Steuerung einer Schule, leistet eine Lehrkräftebefragung einen wichtigen Beitrag zur Ent-wicklung einer Schulkultur, die wechselseitige Offenheit und Gesprächs-bereitschaft zwischen Schulleitung und Kollegium beinhaltet. Sie kann das Vertrauen ins Kollegium und vom Kollegium sowie ins eigene Leitungs-handeln steigern.
Ohne ein regelmäßiges Führungskräftefeedback bleiben Rückmeldungen über die Arbeit der Schulleitung unsystematisch sowie wenig aussagekräftig und damit ohne Folgen.

Voraussetzungen/
Rahmenbedingungen

Durchführung und Auswertung der Befragung erfolgen mit Hilfe eines web-gestützten Befragungsbogens und einer Auswertungssoftware. Beides wurde an den BBS Bersenbrück entwickelt und kann ohne großen technischen Auf-wand eingesetzt werden. Entsprechende Programmierkenntnisse voraus-gesetzt, ist eine schulindividuelle Anpassung möglich, aber nicht notwendig. Weitere technische Hinweise sind der dem Programm beigefügten Dokumentation zu entnehmen.
Das Konzept eines systematischen Führungskräftefeedbacks stellt vor allem hohe Anforderungen an die Führungskultur im Schulleitungsteam. Darüber hinaus bedingt es einige technische Voraussetzungen, um eine Online-befragung durchzuführen.
Um o. g. Ziele zu erreichen, muss im Schulleitungsteam Konsens über den Nutzen, die Notwendigkeit und das Prozedere einer Lehrkräftebefragung hergestellt werden. Ohne diese Voraussetzung erscheint eine offene und konstruktive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Feedbacks kaum möglich. In diesem Zusammenhang müssen folgende Fragen im Schul-leitungsteam geklärt werden:
1.    Bestehen die notwendigen technischen Voraussetzungen?
2.    Wie soll über die Befragung informiert werden?
3.    Zu welchem Zeitpunkt des Schuljahres soll befragt werden?
4.    In welchem Rahmen soll die Befragung erfolgen?
5.    Wem sollen welche Ergebnisse zugänglich gemacht werden?
6.    In welcher Form soll das Kollegium über die Ergebnisse informiert werden?
7.    Wie soll anschließend mit den Ergebnissen gearbeitet werden?
8.    Wie häufig soll eine Lehrkräftebefragung durchgeführt werden (Jährlich oder alle zwei Jahre)?
9.    Sollen die Ergebnisse ggf. anderen Schulen zum Vergleich („Bench-marking“) übermittelt werden?

Vorgehen/Ablauf

Das Führungskräftefeedback in Form einer Lehrkräftebefragung ist zeitlich eingeordnet in einen Controllingkalender [Anm.: Verlinkung mit der Übersicht eines Controllingkalenders], der eine Durchführung zweijährlich im Frühjahr vorsieht. Folgende vier Schritte kennzeichnen das Vorgehen:
1.    Vorbereitung der Lehrkräftebefragung
2.    Lehrkräftebefragung im Rahmen einer Gesamt-Dienstbesprechung
3.    Auswertung der Lehrkräfte-Befragung
4.    Vorstellung der Ergebnisse auf einer Gesamt-Dienstbesprechung
Zu 1. und 2.
Im Rahmen der Vorbereitung müssen in jedem Fall die Fragen 1 bis 8 (s. o.) geklärt werden.
Für die Information des Kollegiums über den Nutzen und das Ziel eines Führungskräftefeedbacks sowie für die Durchführung der Befragung bietet sich eine Dienstbesprechung mit dem gesamten Kollegium an. Sofern aus-reichend Computerräume zur Verfügung stehen (die webgestützte Befragung erfolgt im schulischen Intranet), kann während dieser Dienstbesprechung in ca. einer halben Stunde ein Kollegium mit etwa 100 Lehrkräften befragt werden.
Von besonderer Bedeutung für den Umgang mit den erhobenen Daten sind die obigen Fragen 5 und 6. Dabei ist vor allem zu klären, ob die personen-genauen Ergebnisse der Abteilungsleitungen nur ihnen und dem Schul-leiter/der Schulleiterin zugänglich gemacht werden, sie vom ganzen Schul-leitungsteam eingesehen werden können oder evtl. jede Lehrkraft Zugriff auf die Ergebnisse haben soll. Ggf. können dem Kollegium aggregierte Daten der Abteilungsleitungen, die den Durchschnitt zeigen, zur Verfügung gestellt werden. In der aktuellen Fassung des Befragungsbogens werden Schulleiter/-in und Stellvertreter/-in als eine Person zusammengefasst. Sofern dies so gewünscht ist (es gibt sicher auch Gründe, die Personen getrennt zu be-handeln), stellt sich hier das Problem personengenauer Ergebnisse nicht.
Zu 3.
Nach erfolgter Befragung sollten im Schulleitungsteam die Ergebnisse ge-sichtet und interpretiert werden. Vor der Information des Kollegiums ist eine gründliche Auswertung unerlässlich.
Zu 4.
Um die Befragten über die Ergebnisse zu informieren, bietet sich wiederum eine Gesamtdienstbesprechung an. Dadurch hat die Schulleitung die Ge-legenheit, das Kollegium mit der Auswertung und Interpretation vertraut zu machen. Dies erscheint sinnvoll, weil die ausgewerteten Daten, obwohl durch die Software gut aufbereitet, nicht unmittelbar selbsterklärend sind.

Stolperfallen/
Tipps/
Erfahrungen

Die wesentlichen Stolperfallen ergeben sich aus der Nichtbeachtung der ge-nannten Voraussetzung und obiger Fragen. Ein Dissens über das Führungskräftefeedback im Schulleitungsteam sowie ein sorgloser Umgang mit sensiblen Befragungsergebnissen können den Nutzen einer Befragung stark relativieren.
Ein verantwortungsvolles Vorgehen bedeutet dagegen eine große Chance für eine Verbesserung schulischer Führungskultur.

Evaluation

 

Die Wirksamkeit eines Führungskräftefeedbacks lässt sich am besten dadurch evaluieren, dass die – auf Grundlage früher erhobener Ergebnisse –  ergriffenen Maßnahmen, Wirkung durch verbesserte neue Ergebnisse zeigen.
Im Zeitverlauf sollte eine größere Zufriedenheit mit schulischem Führungs-handeln erkennbar werden.
 
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