Aus der praktischen Anwendung: Rechtssicherheit von Prozessen

Schulisches Qualitätsmanagement ohne fundiertes Prozessmanagement (PM) wäre eine sehr unsichere Lösung für alle Beteiligten. PM muss in einer ProReKo-Schule naturgemäß vielfältige rechtliche Bedingungen verarbeiten. Somit ist eine Einbindung des Themas unerlässlich.

Wie funktioniert die Herstellung von Rechtssicherheit bei traditionellen schulischen Vorgängen? Oft so, dass man im Zweifelsfall eigene Informationslücken schnell über eine bewährte Informationsstelle schließt. Man betreibt quasi eine begleitende Rechtssicherheitsherstellung, die allerdings oft nur momentgebunden ist.
Übertragen auf PM im Sinne von ProReKo hieße es, dass man den unabdingbaren Aspekt der „Rechtssicherheit bei Prozessen“ bereits bei der Gründung und Praktizierung des PM als eigenständiges Element mit berücksichtigt. Allgemein bedeutet dies, dass neben der Einbindung der Mitarbeiter und der Schüler, Abläufe einheitlich visualisiert, dokumentiert und regelmäßig evaluiert werden müssen.

Sähe man das Thema als Optimierungsproblem, weil hundertprozentige Rechtssicherheit wohl kaum zu erreichen wäre, sind folgende Voraussetzungen beim PM zu beachten: Alle Prozesse haben eine Zielvorgabe, eine Prozesslandkarte ist zu erstellen, rechtliche Anforderungen gehören klar erkennbar in jede Prozesslinie, weitere Prozessinformationen (z. B. Messgrößen, Erfahrungen, Risiken; Bewertungen) sind beizugeben.
Einzelmaßnahmen zur Optimierung wären demnach: Regelmäßige Prüfung der schulischen Rechtsvorschriften auf Erweiterungen, Veränderungen und Löschungen, dokumentierte Rechtsquellenrecherche, schulartspezifische Relevanzprüfung, Durchführung von Zweitbewertungen, Einführung eines einheitlichen Dokumentationsverfahrens; Katalogisierung von Interpretationshilfen, Betreiben von Zielkonfliktanalysen.

Nicht verschwiegen werden soll hier, dass eine Veränderungsverfolgung von Rechtsvorschriften in dieser Form (eben auch digital basiert) schnell ausufern kann. In der Praxis wird aufgrund von Arbeitszeitmangel wohl nur eine stichprobenweise Verfolgung in Frage kommen. Diese Reduktion im Anspruch könnte durch eine Prioritätenliste des Prozessteams strukturiert werden.

Je mehr Sorgfalt bei der direkten Prozessmodellierung erfolgt, desto weniger Nacharbeiten sind zur anschließenden Optimierung notwendig. Feinsteuerungsinstrumente wären ferner: Prozessverbesserung immer in kleinen Schritten, Verwendung der „Bottom-up“-Methode, Verbesserungspotenziale in organisatorischen Abläufen und nicht bei den Schülern und Schülerinnen suchen, Beachtung des Grundsatzes „Fehler sind Lernquellen“.

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